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Ratgeber · Planung & Umsetzung

Urnengemeinschaftsanlage planen — was ein Friedhof wissen muss

HIMMELREICH MEMORIAL · Daniel Probst-Bosch, Steinmetzmeister · aktualisiert Juni 2026
Eine Urnengemeinschaftsanlage zu planen klingt aufwendig — ist es aber nicht. Dieser Artikel führt Sie durch die sechs konkreten Schritte: von der Flächenprüfung über Fundament und Genehmigung bis zum Betriebsstart. Mit Zeitangaben und technischen Maßen aus der Praxis.

Was vor der Planung geklärt sein muss

Bevor ein Friedhof mit der konkreten Planung beginnt, stehen drei grundsätzliche Fragen am Anfang:

  • Gibt es eine geeignete Fläche auf dem Friedhofsgelände?
  • Ist die Friedhofssatzung bereits angepasst oder muss sie ergänzt werden?
  • Welches Betriebsmodell passt — Direktkauf oder Partnerschaft ohne Eigeninvestition?

Diese drei Fragen lassen sich in einem einzigen Gespräch klären. Im Anschluss kann die konkrete Planung beginnen. Vom ersten Gespräch bis zur betriebsfähigen Anlage vergehen in der Regel 8–12 Wochen.

Schritt 1: Fläche prüfen

Das Grundmodul des Himmelreich Memorial benötigt eine ebene, befestigte Fläche von mindestens 3 × 1,5 Metern. Dazu kommt ein befestigter Umgebungsbereich (Kiessubstrat oder Pflaster) von ca. 1 Meter auf jeder Seite als Sicherheitsabstand und für den würdevollen Auftritt der Anlage.

Geeignet sind: nicht mehr nachgefragte Erdgrabfelder, Randflächen, ehemals anderweitig genutzte Bereiche im hinteren Teil des Friedhofs. Nicht geeignet: direkt unter tief verwurzelten Bäumen (Fundamentproblematik), auf Flächen mit starkem Hanggefälle oder in Hochwassergebieten.

Technische Mindestmaße Grundmodul:

Aufstellfläche: 3,0 × 1,5 m | Fundament: 150 × 150 cm, 80–100 cm tief | Gesamtfläche inkl. Umgebungsbereich: ca. 10–15 m² | Kapazität: 32 Urnenplätze (erweiterbar auf 58)

Schritt 2: Fundament vorbereiten

Das Fundament ist die einzige bauliche Maßnahme, die der Friedhof selbst in Auftrag gibt. STOI gibt genaue Vorgaben — die Ausführung kann durch den Friedhof, einen lokalen Tiefbauer oder ein Bestattungsunternehmen erfolgen.

Vorgaben: Bewehrter Beton C20/25, 150 × 150 cm Grundfläche, 80–100 cm tief, oberflächenbündig abgezogen. Kosten in der Regel 800–1.500 € je nach regionaler Preislage. Aushubtiefe und Bodenbeschaffenheit sollten vorher geprüft werden — auf alten Friedhofsflächen können historische Grabfundamente vorhanden sein.

Schritt 3: Genehmigung einholen

In der Regel ist kein formales Baugenehmigungsverfahren erforderlich. Das Himmelreich Memorial gilt als Grabmal, nicht als bauliche Anlage im baurechtlichen Sinne — es liegt auf Friedhofsgelände und hat keinen überbauten Grundriss im baurechtlichen Sinne.

Was dennoch zu prüfen ist:

  • Kennt die Friedhofssatzung die Grabform „Urnengemeinschaftsanlage“ bereits? Wenn nicht, ist ein Gemeinderatsbeschluss nötig — formal, aber unkompliziert.
  • Gibt es denkmalschutzrechtliche Auflagen für den Friedhof? In diesem Fall kann ein Abstimmungsgespräch mit der Denkmalbehörde sinnvoll sein.
  • Ist der Friedhof in einem Überschwemmungsgebiet? Dann gelten besondere Anforderungen an das Fundament.

Schritt 4: Trägermodell wählen

Wie soll die Anlage betrieben werden? Zwei Optionen stehen zur Verfügung:

  • Direktkauf: Der Friedhof kauft die Anlage einmalig. STOI liefert, montiert und gibt 10 Jahre Garantie auf Standfestigkeit. Alle Einnahmen aus Nutzungsgebühren verbleiben beim Friedhof.
  • Partnerschaft: STOI stellt die Anlage ohne Kaufpreis bereit. Der Friedhof zahlt je belegtem Platz 35–40 % der Nutzungsgebühr an STOI. Kein Kapitaleinsatz für den Friedhof.

Mehr Details finden Sie auf der Seite Partnerschaft und im Ratgeber Partnerschaftsmodell für Friedhöfe.

Schritt 5: Aufbau durch STOI

Wenn Fundament steht und Trägermodell vereinbart ist, übernimmt STOI den vollständigen Aufbau. Dauer: 1–2 Arbeitstage. Danach ist die Anlage betriebsbereit — Glasplatten montiert, Kiessubstrat gesetzt, Gravuren für erste Belegungen vorbereitet.

Der Aufbau findet auf dem Friedhof statt. Eine Sperrung des Bereichs für 1–2 Tage ist ausreichend. Schwere Baumaschinen sind nicht erforderlich.

Schritt 6: Belegungsmarketing starten

Eine neue Grabform ist nur so gut wie ihre Bekanntheit. STOI unterstützt bei der Kommunikation gegenüber Angehörigen — mit Informationsmaterial, Broschüren und auf Wunsch bei Informationsveranstaltungen auf dem Friedhof.

Erfahrungswert vom Friedhof Lenzfried: Die ersten Belegungen kamen innerhalb von 4 Wochen nach Inbetriebnahme. Mundpropaganda und der optische Auftritt der Anlage am Friedhof sind die stärksten Marketinginstrumente.

„Der Aufwand für den Friedhof ist gering. Das Fundament, die Satzung, ein Beschluss — das ist alles. Den Rest machen wir.“

Häufige Fragen zur Planung einer Urnengemeinschaftsanlage

Was kostet die Vorbereitung für den Friedhof?
Die größte Position ist das Fundament: 800–1.500 € je nach Bodenbeschaffenheit und regionaler Preislage. Dazu kommen Kiessubstrat für den Umgebungsbereich (200–400 €) und ggf. Kosten für die Satzungsänderung (Verwaltungsaufwand, kein externer Kostenfaktor). Insgesamt: 1.000–2.000 € in der Regel.
Brauchen wir eine Baugenehmigung?
In den meisten Fällen nein. Das Himmelreich Memorial gilt als Grabmal auf Friedhofsgelände. Eine formale Baugenehmigung ist in der Regel nicht erforderlich. Eine Abstimmung mit der Gemeindebauverwaltung oder dem Friedhofsausschuss ist empfehlenswert, um sicherzugehen.
Wer haftet, wenn die Anlage umfällt oder beschädigt wird?
STOI übernimmt 10 Jahre Garantie auf die Standfestigkeit der Anlage. Bei korrektem Fundament (nach STOI-Vorgaben) ist ein Umfallen ausgeschlossen. Für Vandalismusschäden empfiehlt sich eine Klärung mit der Friedhofshaftpflichtversicherung — in der Regel ist der Friedhof als Betreiber ausreichend abgesichert.
Wie lange dauert es vom ersten Gespräch bis zur Inbetriebnahme?
8–12 Wochen sind realistisch: 2–3 Wochen Planung und Entscheidung, 2–4 Wochen Satzungsanpassung (falls nötig), 1–2 Wochen Fundamentbau, 4–6 Wochen Produktion und Lieferung durch STOI, 1–2 Tage Aufbau.
Kann die Anlage später erweitert werden?
Ja. Das Himmelreich Memorial ist modular aufgebaut. Bei Bedarf kann ein zweites Modul neben dem ersten aufgestellt werden — mit neuem Fundament und identischem Design. So lässt sich die Kapazität von 32 auf 64 oder mehr Plätze steigern.
Aus der Praxis
„Die häufigste Frage ist: Wie lange dauert das? Die ehrliche Antwort: 8 Wochen vom ersten Gespräch bis zur Belegung. Das ist alles.“
Daniel Probst-Bosch — Steinmetzmeister und Bildhauer, STOI Concept

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Wir besprechen in einem ersten Gespräch Ihre Fläche, Ihre Satzung und das passende Modell für Ihren Friedhof. Kein Verkaufsgespräch — ein Gespräch unter Fachleuten. Referenz: Friedhof Lenzfried, Kempten (seit 2023 in Betrieb).